„Ich gratuliere Nejila Parspour, Oliver Riedel, Michael Saliba, Michael Weyrich und Bettina Lotsch herzlich zur Aufnahme in die renommierte Deutsche Akademie der Technikwissenschaften“, sagt Prof. Peter Middendorf, Rektor der Universität Stuttgart. „Wir sind stolz darauf, dass sie ihre wissenschaftliche Expertise künftig auch für die ehrenamtliche, gemeinwohlorientierte und unabhängige Politik- und Gesellschaftsberatung von acatech zur Verfügung stellen und so dazu beitragen, den Technologiestandort Deutschland und seine Innovationskraft weiter zu stärken“, so Middendorf. Die fünf Wissenschaftler*innen stünden nicht nur für exzellente Forschung, sondern auch für deren erfolgreichen Transfer in die Praxis.
Nejila Parspour: Kabelloses Laden für eine nachhaltige Energieversorgung
Wie kann man Akkus aufladen, ohne sie stundenlang per Kabel ans Stromnetz hängen zu müssen? Und wie kann man Antriebe effizienter und ressourcenschonender gestalten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Forschung von Professorin Nejila Parspour, Direktorin des Instituts für Elektrische Energiewandlung (IEW) der Universität Stuttgart. Dabei hat die promovierte Elektrotechnikerin nicht nur die Elektromobilität, sondern auch die Robotik, Windenergie und Medizintechnik im Blick. Parspour gehört dem Forschungsdirektorium des Innovationscampus Mobilität der Zukunft (ICM) an. Sie leitet das Steinbeis-Beratungszentrum für Elektromobilität und Antriebstechnik und wirkt im Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg mit. Stationen ihrer wissenschaftlichen Karriere waren die Technische Universität Berlin, die University of California, Berkeley, und die Universität Bremen. Für ihre Verdienste erhielt sie unter anderem den Technologiepreis des Landes Bremen und die Auszeichnung „Übermorgenmacher“ des Landes Baden-Württemberg.
Oliver Riedel: Digitalisierung in Entwicklung und Produktion
Wie kann man die Entwicklung neuer Produkte und Produktionsprozesse mittels digitaler Technologien effizienter und zuverlässiger machen? Diese Frage treibt Professor Oliver Riedel , Ko-Leiter des Instituts für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW) der Universität Stuttgart, seit vielen Jahren um. Dabei denkt der studierte technische Kybernetiker und promovierte Ingenieur Produktentstehung, Produktionssteuerung und Fabrikplanung zusammen. Riedel ist auch Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO). Zur Einführung digitaler Technologien leitete er zahlreiche Projekte für internationale Großunternehmen der Automobilindustrie und in der Energiewirtschaft, darunter die Volkswagen AG und SiliconGraphics Inc.. Darüber hinaus engagiert sich Riedel als Vorsitzender des VDI-Landesverbands Baden-Württemberg und ist Mitglied in der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) und der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktentwicklung (WiGeP).
Michael Saliba: Nachhaltige Solarzellen für eine grüne Energie
Nachhaltige Solarzellen für eine grüne Energie, die einen relativ kleinen CO2-Abdruck hinterlässt: Hieran forscht Professor Michael Saliba, Leiter des Instituts für Photovoltaik (ipv) der Universität Stuttgart. Im Fokus seiner Forschung stehen Perowskite, eine Materialklasse mit vielversprechenden Eigenschaften, die er vom Labor in die industrielle Fertigung bringen möchte. Der promovierte Physiker und Materialwissenschaftler ist auch am Forschungszentrum Jülich tätig und Mitgründer des Start-ups Perosol. Stationen seiner wissenschaftlichen Karriere waren unter anderem die Princeton University, die Technische Universität Darmstadt, die Universität Fribourg, die Stanford University, die École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL), die Cornell University und die Universität Oxford. Er wurde unter anderem mit dem Helmholtz High Impact Award, TR-35-Preis der MIT Technology Review, ERC-Starting Grant, Heinz-Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und Stuart R. Wenham Young Professional Award ausgezeichnet.
Michael Weyrich: Software für agile und automatisierte Produktionssysteme
Die Produkt- und Produktionsautomatisierung von morgen braucht agile Systeme, die intelligent und autonom agieren, neuartige Funktionen erfüllen und sich dabei anpassen können. Professor Michael Weyrich, Leiter des Instituts für Automatisierungstechnik und Softwaresysteme (IAS) der Universität Stuttgart, sorgt mit seiner Forschung dafür, dass diese ihre Funktion erfüllen und dabei sicher und zuverlässig arbeiten. Der studierte Elektrotechniker, promovierte Mechatroniker und Experte für cyber-physische Systeme war zehn Jahre in der Industrie tätig, unter anderem bei der heutigen Mercedes Benz Group AG und der Siemens AG. Stationen seiner wissenschaftlichen Karriere waren unter anderem die RWTH Aachen, Universität Siegen, die Ruhr-Universität Bochum und die University of Westminster. Weyrich engagiert sich im Vorstand der Gesellschaft für Mess- und Informationstechnik des VDI/VDE, ist Fachkollegiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und Gutachter unter anderem bei der Europäischen Kommission.
Bettina Lotsch: Innovative Materialien zur Nutzung nachhaltiger Energiequellen
Innovative Materialien, die die Grundlagen legen für neue Technologien zur nachhaltigen Energieumwandlung und -speicherung: Hierum dreht sich die Forschung von Professorin Bettina Valeska Lotsch, Direktorin am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung (MPI-FKF) und Honorarprofessorin der Universität Stuttgart. Unter anderem entwickelte sie neuartige Lichtspeicherkonzepte wie Solarbatterien und die „Photokatalyse im Dunkeln“, bei der Photokatalysatoren solare Brennstoffe wie Wasserstoff zeitverzögert im Dunkeln freisetzen und so die fluktuierende Verfügbarkeit von Sonnenlicht ausgleichen können. Die Expertin für Festkörperchemie wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, einem ERC Starting Grant und dem EU-40-Materials-Prize. Ihre wissenschaftliche Karriere führte sie an die University of Toronto und an die LMU München, wo sie als Honorarprofessorin lehrt. Lotsch gehört unter anderem dem Universitätsrat der Universität Stuttgart, der Perspektivenkommission der Max-Planck-Gesellschaft, dem Beirat von QuantumBW sowie dem wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Museums an.
Zu acatech
Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) bringt im Auftrag von Bund und Sitzland Bayern das Wissen von Expert*innen in politische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse ein. Die Akademie erfüllt ihren Beratungsauftrag unabhängig, wissenschaftsbasiert und gemeinwohlorientiert. Motor der inhaltlichen Arbeit von acatech sind herausragende Wissenschaftler*innen. Die Mitglieder von acatech werden aufgrund ihrer wissenschaftlichen Leistungen und ihrer Reputation in die Akademie aufgenommen. Sie stammen aus den Ingenieur- und den Naturwissenschaften, der Medizin sowie aus den Geistes- und Sozialwissenschaften. Die derzeit über 650 acatech Mitglieder arbeiten in Projekten mit externen Expertinn*innen aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Zudem engagieren sie sich in den Themennetzwerken der Akademie, in denen Fachthemen der Technikwissenschaften und übergreifende Fragestellungen mit technologiepolitischem Hintergrund diskutiert werden
Acatech-Mitglieder der Universität Stuttgart
Seitens der Universität Stuttgart gehören als wissenschaftliche Mitglieder auch Prof. Bernd Bertsche (emeritiert), Prof. Gerhart Eigenberger (emeritiert), Prof. Stefanos Fasoulas, Prof. Rainer Helmig (emeritiert), Prof. Cordula Kropp, Prof. Ulrike Kuhlmann, Prof. Katharina Hölzle, Prof. Paul J. (emeritiert), Prof. Ernst W. Messerschmid (emeritiert), Prof. Hans-Christian Möhring, Prof. Ekkehard Ramm (emeritiert), Prof. Ortwin Renn, Prof. Hans-Christian Reuss (emeritiert), Prof. Stephan Staudacher, Prof. Karl Stephan (emeritiert), Prof. Ralf Takors, Prof. Alfred Voß (emeritiert), Prof. Bernhard Weigand und Prof. Engelbert Westkämper (emeritiert) acatech an.
In seiner Funktion als Ko-Vorstand der Allianz führender Technischer Universitäten in Deutschland (TU9) ist der Rektor der Universität Stuttgart, Prof. Peter Middendorf, im acatech-Senat vertreten.
Wissens- und Technologietransfer an der Universität Stuttgart
| Kontakt | Clemens Wolf, acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e.V., Kommunikation, Tel.: +49 89 52 03 09-875, E-Mail |
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Jutta Witte
Dr.Wissenschaftsreferentin